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United Networker Magazine

Holzgehäuse von ca. 33 cm x 18 cm befanden, welches von zwei mit Inschriften versehenen Bronzeplatten verschlossen wurde. Es sind nur noch 82 Fragmente dieser „Maschine” erhalten, manche winzig klein und alle von Rost zerfressen: Sie befinden sich nun für immer in der Obhut des archäologischen Museums in Athen. Dank einer sehr fortschrittlichen tomografischen Studie (Röntgenstrahl- Scanner) konnten in Form von wissenschaftlich und archäologisch verwendbaren Bildern mehrere Räderwerke im Inneren entdeckt werden, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, Zahnräder sowie neue, unter den Ablagerungen verborgene Inschriften: Bisher konnte lediglich ein Viertel der griechischen, archaischen Buchstaben dieses auf der „Maschine” eingravierten Textes entziffert werden. Man vermutet jedoch, dass es sich um eine Art „Bedienungsanleitung” für diesen mechanischen Rechner handelte, von dem man annimmt, dass er die Bewegung bestimmter größerer Planeten anzeigen konnte. Das Räderwerk wurde von einer – wie man vermutet – seitlichen Kurbel angetrieben, ohne den möglichen Einsatz eines hydraulischen Zusatzsystems ausschließen zu können. Auf den Spuren des großen Archimedes … Man nimmt heute an, dass diese Maschine möglicherweise auf Rhodos entworfen wurde, wo eine Gemeinschaft von Astronomen und „Mechanikern”, u.a. Hipparchis von Nicäa und Poseidonios, lebte. Es zeichnet sich eine neue Hypothese ab: Diese Maschine steht möglicherweise in Zusammenhang mit Syrakus auf Sizilien, der Stadt des berühmten mathematischen Genies Archimedes, die eine wohlhabende, korinthische Kolonie war. Der Mechanismus von Antikythera wurde möglicherweise vor dem Schiffbruch auf jener Insel, deren Namen er heute trägt, entworfen. Nach heutigem Wissensstand und laut den entschlüsselten Inschriften war der Mechanismus von Antikythera in der Lage, unterschiedliche, vermutlich planetare Sonnen- und Mondzyklen anzuzeigen, indem er sie auf die Kalender mehrerer griechischer Großstädte (Korinth, Delphi oder Olympia) übertrug und die Zeitpunkte der verschiedenen Spiele in diesen Städten anzeigte … Die noch sehr junge Untersuchung des Mechanismus von Antikythera steht noch lange vor ihrem Abschluss. Sie führte jedoch bereits zu einer breiten Welle der Neuinterpretation und Neudeutung unseres Wissens über die Antike. Die Wirklichkeit des mechanischen Wissens dieser griechischen Der Mechanismus von Antikythera ist einer der geheimnisvollsten Gegenstände in der Geschichte der Zivilisation. Heutzutage ist er von der wissenschaftlichen Gemeinschaft anerkannt und genau erforscht, aber als er 1901 entdeckt wurde, war man sich der immensen historischen und technischen Bedeutung noch nicht bewusst. Die Idee einer „Maschine”, die in der griechisch-römischen Antike konzipiert wurde, passte nicht in das konzeptuelle Arbeitsfeld der Experten jener Zeit. Folglich versuchten Nicht-Wissenschaftler mit aufklärungsfeindlichen Behauptungen, den Artefakten von Antikythera eine nahezu außerirdische Natur anzudichten, was nicht zur Klärung der Debattebeitrug. VonRostzerfresseneZahnräder Die Fragmente dieser „Maschine” wurden erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts in einem interdisziplinären Rahmen näher untersucht. Diese Forschungen ermöglichten ein besseres Verständnis der Komplexität dieses außergewöhnlichen Mechanismus. Man geht heute davon aus, dass dieses „astronomische Instrument” auf das 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung datiert werden kann (zwischen 150 und 100 v. Chr., mit einer kürzlichen, genaueren Schätzung auf das Jahr 87 v. Chr.). Es handelte sich hierbei ursprünglich um einen „Rechner”, dessen Zahnräder aus Bronze sich in einem NTIKYTHERA Hublot fügt dem Mechanismus von Antikythera eine neue Zeitdimension hinzu A United Networker Magazine November 2011