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United Networker Magazine

Gelehrten ist ein fantastisches Forschungsfeld. Es ist sogar möglich, dass in Texten oder in verborgenen Museumsbeständen Hinweise auf andere „Maschinen” der gleichen Entwicklungsstufe wie jene von Antikythera entdeckt werden. Mechanische Räderwerke, die eine mathematische Sicht des Weltalls widergeben Der Mechanismus von Antikythera war keine Uhr, mit der die Uhrzeit angezeigt werden konnte: Die antiken Griechen lebten die Zeit nicht, wie wir es heute tun. Als richtiger Kosmograf (Maschine zur Beschreibung des Weltalls), und insbesondere Selenograf (Maschine zur Beschreibung der Mondbewegungen) von sehr hoher Präzision konnte der Mechanismus von Antikythera mehrere astronomische Zyklen anzeigen, wie den Meton-Zyklus (nach dem griechischen Astronomen Meton: Zeitraum von 19 Jahren, oder 235 Mondperioden) oder den kallippischen Zyklus (nach dem griechischen Astronomen Kallippos: Zeitraum von 76 Jahren oder 940 Mondperioden oder vier Meton-Zyklen), wobei er ihre Ungenauigkeiten ausglich. Der Mechanismus von Antikythera zeigte außerdem den Saros-Zyklus (223 Mondperioden in etwas mehr als 18 Jahren) sowie den Exeligmos-Zyklus an (entspricht drei Saros-Zyklen, also 54 Jahren), die zur Voraussage der Eklipsen dienten. Der Umfang an astronomischen Daten, die zur Konzipierung eines mathematischen Modells zur Zusammenfassung derartiger Zyklen in mechanischen Räderwerken gesammelt wurden, ruft Erstaunen über die konzeptuellen Kapazitäten der Gelehrten und Mechaniker der Antike hervor. Wenn man davon ausgeht, dass ein Rechner in der Lage ist, andere Informationen wiederzugeben, als jene, die zu Beginn eingegeben wurden, dann ist die „Maschine” von Antikythera wohl der erste mechanische Rechner in der Geschichte der Menschheit. Er ist den ersten, in den europäischen Großstädten des Mittelalters und auf einer ganz anderen Skala konzipierten, astronomischen Uhren um ein gutes Jahrtausend voraus. Die erste Uhr, die jemals von einer archäologischen Entdeckung inspiriert wurde Im Jahr 2008 regte die Veröffentlichung der tomografischen Analysen der Fragmente der Maschine im Wissenschaftsmagazin Nature die Vorstellungskraft einiger kühner Uhrmacher an. Mathias Buttet, heutiger Produktions- und Forschungsleiter von Hublot, wollte das erste mechanische Meisterwerk, das uns die Geschichte hinterließ, würdigen. Eine technische Hommage durch die Miniaturisierung des Mechanismus von Antikythera, wie er durch die wissenschaftliche Analyse enthüllt wurde, auf die Maße einer Armbanduhr. Eine uhrmacherische Hommage durch die Erweiterung dieses astronomischen Rechners um eine neue Dimension, nämlich die eines ganzheitlichen Zeitmessers, der die Zeit präzise wiedergebenkann. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Uhren, dass sich ein Uhrenentwickler so direkt von einem „archäologischen” Mechanismus der Antike inspirieren lässt. Es ist auch das erste Mal, dass ein Team von Uhrmachern Hand in Hand mit einem Team von Wissenschaftlern, bestehend aus United Networker Magazine November 2011